|
|
HOME
|
||
|
|
||
|
Finden Sie in Ihrer Nähe einen Ernährungsberater (über 500 Einträge für Österreich, Deutschland, Schweiz) auf EBNS in der "Übersicht der Beratungsmöglichkeiten" |
||
|
Die persönliche Vorgeschichte:
Als ich 2003 die Diagnose "Darmkrebs" bekommen hatte, änderte sich mein
Leben in vielen Bereichen. Eines davon waren die Ernährungsgewohnheiten.
Durch den verkürzten Darm musste ich meine Ernährung drastisch
umstellen. Aber auch die Vorbeugung vor einer erneuten Erkrankung war
für mich ein wichtiges Thema geworden. Bereits im Krankenhaus, wo die
Operationen, die Strahlenbehandlungen und die Chemotherapie durchgeführt
wurden, beriet mich eine Diätologin. Auf einem A4-Blatt wurden mir sehr
pauschale Empfehlungen mitgegeben. Zuerst war ich schon ein wenig
verunsichert, von wie wenig Auswahl ich mich in Zukunft ernähren sollte.
Ich begann Bücher über die Ernährung zu lesen, Broschüren der
Österreichischen Krebshilfe und ich informierte mich im Internet, welche
Lebensmittel gut für meine Erkrankung und für die Vorbeugung waren.
Durch die Traditionelle Chinesische Medizin lernte ich auch die
Parallelen zur Schulmedizin bei der Behandlung kennen und entwickelte
das erste Ernährungsberatungsprogramm für die TCM. Mittlerweile habe ich
mehr als 25 Lehr- und Sachbücher studiert und deren Inhalte in 600
Stunden Arbeit in das Programm eingearbeitet. Dabei habe ich keine
Informationen direkt übernommen, sondern alle an die Vorgaben der
Diätetik und der TCM angepasst. Die so entwickelten Rezepte und
Lebensmittellisten werden von den entsprechend fachlich geschulten
Diätologinnen, welche mit mir zusammenarbeiten, geprüft. Das Projekt: Mein Plan war, ein Programm speziell für Krebspatienten zu entwickeln, damit diese bei den Beratungen nicht nur einen A4-Zettel mit einigen empfohlenen Lebensmitteln, sondern eine große Auswahl an Rezepten und umfangreiche Lebensmittellisten von den Beratern mitbekommen. Das gibt wieder Lebensmut, wenn man merkt, man kann trotz einer Erkrankung noch viele schmackhafte Speisen konsumieren (nach dem Motto, die Psyche isst mit...). Das war der Zeitpunkt, als ich Kontakt mit einer Diätologin Kontakt aufgenommen habe. Sie hat mir die Lehrunterlagen "Ernährungslehre und Diätetik" des Verbandes der Diätologen Österreichs für die Entwicklung zur Verfügung gestellt und mich fachlich beraten. Aufgrund zahlreicher Anfragen habe ich zusätzlich auch die Ernährungspläne nach Blutgruppen und nach Metabolic Typing in das Projekt aufgenommen. Ich wurde auch gefragt, ob das Programm für Vegetarier geeignet ist und habe das in allen Zwischenstufen (Lacto- Ovo-,...) realisiert.
Erkenntnisse:
Ich lernte die Zusammenhänge der Verdauung kennen, das Wechselspiel
zwischen den Hormonen, der Nervenreaktionen, den chemischen Vorgängen
mit der Magensäure, des Gallensaftes und der Enzymproduktion, die
Verwandlung und Aufnahme der Inhaltsstoffe und den Wasserhaushalt.
Körperliche Betätigung (bis man schwitzt) ist für den Sauerstoff- und
Energieumsatz und für die Entschlackung entscheidend. Auch wie wichtig
der Säure-Basen-Haushalt, der Zuckerhaushalt im Körper und die
Bekämpfung der freien Radikalen für ein "krebsfreies" Leben ist. Daher
ist ein wesentlicher Faktor für alle Syndrome die Stärkung des
Immunsystems. Ich bin aber nicht so radikal, dass ich jetzt nie wieder mein Schnitzel oder eine Portion "Fast-Food" esse. Das sollte man sich, wenn man es braucht, sehr wohl auch gönnen, denn die Psyche spielt bei jeder Erkrankung eine Rolle. Wenn ich mich meistens gesund ernähre und dann einmal etwas esse, das ernährungswissenschaftlich nicht so gut ist, wird mir nicht viel Schaden entstehen. Jeder muss selbst genau wissen, welche Nahrung diese Grenze überschreitet und das dann auch wirklich nicht essen ... Bei mir z.B. sind es Hefeprodukte wie gewisse Pizzaböden, Germknödel oder Bohnengerichte, welche ich wirklich besser nicht esse, wenn ich die nächsten drei Tage auch noch eine funktionierende Verdauung haben möchte. Geplante Entwicklungen: Eine Erweiterung nach dem glykämischen Index und nach Ayurweda plane ich einzubinden. Derzeit sind nur die generellen Empfehlungen für die einzelnen Krebserkrankungen im Programm, aber ich möchte die Zusammenhänge bei den verschiedenen Krebserkrankungen herausarbeiten und wo möglich genau darauf ausgerichtete Empfehlungen entwickeln. Ein paar Gedanken zum Thema: An die Pharmaindustrie: Wenn das Bewusstsein in der Bevölkerung mehr auf die Vorbeugung gelenkt wird und entsprechende Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden, wird die Pharmaindustrie mehr mit der Vorbeugung als mit der Behandlung der Krankheiten beschäftigt sein und das kommt jedem zugute ... An die Institutionen: Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Stress im Berufs- und Privatleben und die Entstehung von (Krebs)Erkrankungen? In einer Podiumsdiskussion am Krebstag im Rathaus in Wien stellte ich diese Frage. Die Antwort verblüffte mich: Es gibt dazu keine Statistiken. Wäre es da nicht an der Zeit, diese Statistiken durchzuführen? Aber wie müsste man dann darauf reagieren? Die Wirtschaft hat viele, nicht nur teure, Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern bei zu hohem Stress einen Ausgleich zu bieten (Gruppen- und Einzelcoaching, ev. -therapie noch vor dem Burnout, Freizeit- und Urlaubsmanagement, bauliche Maßnahmen, soziale Unterstützung in Krisenfällen ...). Es rechnet sich langfristig. An die Industriebetriebe: Welche Umwelteinflüsse welche Krankheiten auslösen können, wurde mir im Zuge meiner Arbeit am Programm ebenfalls bewusst (Nitrate und andere Spurenelemente im Wasser, Asbest oder Feinstaub in der Luft, Chemikalien am Arbeitsplatz, Zusatzstoffe in den Ernährungsprodukten, ... Geht es immer nur um den schnellen Gewinn oder wird einfach nicht ausreichend darauf geachtet? An die Lebensmittelerzeuger von tierischen Produkten: Als ich ein Kind war, konnte ich einmal eine Schlachtung von einem Schwein auf einem Bauernhof mitverfolgen. Das Tier wurde durch die ihm bekannten Rufe der Bäuerin auf den Hof gerufen und am Kopf gekrault. Ein Metzger aus dem Dorf kam von hinten an das Tier und setzte den Schlachtschuss, was es gar nicht bemerkte. Was ich in Dokumentationen sehe, die von der Schlachtindustrie berichten: Tiere in Panik, voller Adrenalin, voller Angst, hungrig und durstig, geschwächt vom langen Transport, in ungewohnter Umgebung, das Blut des Vorgängers riechend, die Schreie der anderen Opfer hörend werden eingepfercht, aufgehängt und nach einer kurzen Betäubung mit Strom getötet. Ich achte jeden Schlachtbetrieb, der die Tiere würdevoll sterben lässt, aber kann ich mir den aussuchen? Es sollte ein Gütesiegel auch dafür geben, wie mit den Tieren umgegangen wird, denn das Bild vom glücklichen Tier auf der saftigen Weide besagt nicht, wie es dann wirklich auf unseren Tellern landet ... |
||